Eine Reise ins Unbekannte

von Dennis Wellmann

Sierra Leone. Das bedeutet Armut, Bürgerkrieg, Kindersoldaten und eben Ebola. Als ich im Februar 2015 gefragt wurde, ob ich es mir vorstellen könnte, ein Straßenkinderprojekt in Freetown zu betreuen, musste ich zunächst einmal kräftig schlucken. Erstens waren mir natürlich die schrecklichen Ereignisse durch die Ebola-Epidemie der letzten Monate noch in Erinnerung, die ich über die Medien verfolgt habe. Ein kleines Virus, nur mit dem Mikroskop erkennbar, hielt die ganze Welt in Atem. Jeden Tag gab es neue Horrormeldungen über unzählige Todesfälle, die durch das Ebola-Virus gestorben sind. Es wurde offensichtlich, dass dem Virus Staatsgrenzen, Hautfarbe oder Nationalität schier egal waren. Ebola hatte sich beinahe fest in den Ländern Westafrikas etabliert und machte auch vor den internationalen Helfern nicht halt.

Im Februar 2015 indes schien die Lage unter Kontrolle. Die Zahl der Neuinfektionen ging stetig zurück. Aber trotzdem blieb ein mulmiges Gefühl im Bauch zurück, denn die Bilder von sterbenden Menschen sind mächtig. Um ehrlich zu sein, ich hatte mächtig Schiss. Zweitens hatte ich keinerlei Erfahrung als Sozialarbeiter oder gar mit Straßenkindern. Also doppelt Schiss. Als Krankenpfleger hatte ich es bisher mit schwerstkranken Patienten zu tun, die von vielen Maschinen abhängig sind. Aber das hier wäre wie eine Reise ins Unbekannte. Auf der anderen Seite: Im dem Straßenkinderprojekt gab es ausreichend Sozialarbeiter, mit denen ich eng zusammen arbeiten würde. Und so habe ich mir gedacht, Cap Anamur vertraut mir und wird sich dabei was gedacht haben, mich nach Sierra Leone zu schicken. Also sagte ich zu.

Am 25.03.2015 stieg ich in das Flugzeug Richtung Westafrika. Es war das erste Mal, dass ich Europa verlassen würde, in ein Land, das vor wenigen Jahren noch einen der brutalsten Kriege erlebt hatte und nun durch die Ebola-Epidemie einer weiteren schweren Prüfung unterzogen wurde. Ein schwer gebeuteltes Land. Weit entfernt von üppigen Gesundheitsstrukturen und dem Überfluss in Deutschland wurde mein bisheriges Bild von Afrika und Sierra Leone schwer in Frage gestellt. Da stand ich nun vor meiner neuen Aufgabe. Meine Reise ins Unbekannte hatte begonnen…

Fortsetzung folgt …

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