Feuer im Armenviertel Freetowns

von Dennis Wellmann

img-20161205-wa0004

Es war Anfang Dezember, als ein Feuer die Menschen überraschte. In der Siedlung Angola Town, einem Armenviertel mitten im Herzen Freetowns, zerstörte es das Zuhause von über 500 Menschen. Das von Don Bosco betriebene, der Siedlung direkt gegenüber liegende Heim für Straßenkinder, nahm vorübergehend die Kinder und deren Familien auf. Ein Heim, das eine Kapazität für 30 Kinder und nochmal so vielen Beschäftigte hat, musste nun für über 300 Menschen Obdach und Verpflegung organisieren.

Die größte Sorge galt dem möglichen Ausbruch von Krankheitserregern wie Cholera, denn die Menschen leben hier auf engstem Raum zusammen und die sanitären Anlagen sind für die hohe Anzahl an Menschen nicht ausreichend.

img-20161210-wa0032

Bereits während der Ebola-Epidemie kooperierte Cap Anamur mit Don Bosco und so war es selbstverständlich, unsere Hilfe anzubieten. Nach unserem ersten Gespräch war klar, dass wir uns um die hygienischen Aspekte kümmern würden. Die Versorgung mit Lebensmitteln und Kleidung war bereits durch andere Organisationen abgedeckt.

Die größte Herausforderung war, dass wir keine Latrinen errichten konnten, da es sich bei dem Heim um einen geschlossenen Gebäudekomplex handelt. Und aus Sicherheits- und hygienischen Aspekten war es auch nicht ratsam, die Menschen ein- und ausgehen zu lassen. Wir mussten also mit den Toiletten und Duschen auskommen, die verfügbar waren. So organisierten wir zunächst 12 Kartons Seife, eine Tonne Chlor, Handschuhe, diverses Reinigungsmaterial inklusive eines Behälters für Frischwasser und Desinfektionsmittel sowie Schutzkleidung und platzierten sie an wichtigen Orten, zum Beispiel in jeder Schlaf- und Esseinheit sowie an sämtlichen Toiletten. Jeder ist beim Ein- und Austritt verpflichtet, sich die Hände zu waschen. Parallel wurden die Toilettenanlagen drei- bis viermal am Tag mit Chlor desinfiziert. Bei Bedarf auch öfter.

Um die Wirksamkeit der Maßnahmen zu stärken, haben wir Aufklärung zum Thema Hygiene betrieben und den Großteil der Angola-Town-Bewohner und die Don-Bosco-Mitarbeiter in Reinigung und richtiger Dosierung der Desinfektionsmittel geschult. Alle waren sehr motiviert und froh, die Präventionsmaßnahmen unterstützen zu können.

Wie es für die Menschen aus Angola Town weitergehen wird ist bis jetzt noch nicht sicher. Fürs erste jedoch konnten wir ihnen die Sorge über eine Ausbreitung von Infektionskrankheiten nehmen.

img-20161223-wa0001

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s