Feuer in Marbella

von Dennis Wellmann

Es hat wieder gebrannt in Freetown. Diesmal im größten Slum der Stadt, gelegen an der Atlantikküste, unweit unseres Straßenkinderprojektes Pikin Paddy.

Betroffen sind nach offiziellen Schätzungen über 2.000 Menschen. Mehr als die Hälfte davon sind Kinder, Schwangere und stillende Mütter.

Das Feuer brach am Morgen des 3. April aus. Vermutlich entzündete sich das Feuer aus Palmöl, einem lokalen Grundnahrungsmittel, das außerdem sehr leicht entzündlich ist und in Kanistern aufbewahrt wird. Da in den Morgenstunden die meisten Menschen auf dem Markt sind, um zu arbeiten und einzukaufen, wurde das Feuer erst spät bemerkt.  Auch die Familie eines unserer lokalen Mitarbeiter ist leider von dem Brand betroffen.  Das ist umso tragischer, da dieser gerade Vater von Zwillingen geworden ist.

Wir haben zusammen mit der Gemeinde einen Notfallplan für die Versorgung der Bedürftigen und Betroffenen des Brandes  aufgestellt.

Dieser sieht vor, einen Unterschlupf für die  schutzbedürftigsten Menschen dort bereitzustellen, d.h. für Kinder und Schwangere. Dafür haben wir Baumaterialien für eine Unterkunft organisiert, um die Menschen vor Regen und Sonne zu schützen.

Da  aufgrund des Feuers die Wasserpumpen beschädigt wurden, haben wir auch Trinkwasser zur Verfügung gestellt. Das Welthungerhilfeprogramm der Vereinten Nationen übernahm die weitere Versorgung.

Sorgen macht uns noch der hygienische Aspekt. Alle Toiletten sind in diesem Bereich abgebrannt. Dafür wollen wir mithilfe der Community behelfsmäßige Toilettenhäuser bauen, die unter unserer Aufsicht regelmäßig gereinigt werden. Auch werden wir dafür Desinfektionsmittel und sonstiges Material zur Verfügung stellen, um einen möglichen Choleraausbruch zu verhindern.

Erst im vergangenen Dezember gab es ein zerstörerisches Feuer im Slum Angola Town, mitten in der Stadt. Damals hatten wir die Hilfsorganisation Don Bosco mit Material und Hygiene-Training unterstützt. Da dort über 300 Menschen auf engstem Raum zusammenleben, wäre ein Choleraausbruch verheerend gewesen. Durch unsere Hilfe konnte dies jedoch verhindert werden. Mittlerweile konnten die Bewohner von Angola Town  ihre Heimstatt wieder aufbauen oder sind in andere Gebiete gezogen.

Nach dem Feuer im Slum von Marbella gilt unser besonderes Augenmerk zurzeit den Kindern und der allgemeinen Hygiene. Wir sind noch weit von einer zufriedenstellenden Situation entfernt, allein die Zahl der betroffenen Menschen ist schwindelerregend. Zumindest eine größere Katastrophe konnten wir mit unseren Notfall-Maßnahmen erst einmal abwehren.

 

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