Aktionstag zur Handhygiene

von Jessica Konoppa, Judith Verbeek und Jens Möllenbeck

Tag 111 nach dem letzten Ebola-Erkrankten in Sierra Leone. Hier in Makeni macht es den Eindruck, als sei der Alltag zurück ins Leben der Menschen eingekehrt. Motorradhelme zeigen sich im Straßenbild, die aufgrund der Fiebermessungen auf den Straßen verboten waren, Checkpoints der Polizei verschwinden langsam und die Menschen gehen am Abend wieder zum Tanzen oder Fußballschauen aus. Die großen Leinwände an den Straßenrändern klären weiterhin über die Erkrankung und notwendiges Verhalten zur Prävention auf.

An unserem Krankenhaus beobachten wir die Tendenz, dass insgesamt wieder mehr Menschen kommen, um die Leistungen des Krankenhauses in Anspruch zu nehmen. Darüber hinaus sind wir froh, dass wieder mehr Eltern die empfohlenen Impfungen bei ihren Kindern durchführen lassen, da der Norden gerade mit einem Masernausbruch kämpft und im ganzen Land Poliofälle auftreten, welche auf die entstandenen Impflücken während des Ebola-Ausbruchs zurück zuführen sind.

Eine Bedrohung, die offensichtlich nicht mehr gegeben ist, verleitet zur Unaufmerksamkeit.

Am 5. Mai 2016 jährte sich der International Hand Hygiene Day unter dem Motto Save Lives: clean your hands und es finden weltweit Aktionen statt. Die Regierung Sierra Leones unterstützt diesen Tag im ganzen Land.

Ein Tag, dem aus gegebenem Anlass eine große Bedeutung zukommt, denn gerade jetzt ist es wichtig, die Maßnahmen zur Verhaltensprävention fortzusetzen. Wir beobachten, dass Menschen sich wieder die Hände geben, was sie laut Erzählungen während Ebola nicht getan haben. Die persönliche Handhygiene ist häufig nicht mehr im Fokus der Menschen. Die Handwaschstation am Eingang des Krankenhauses wird häufiger nicht genutzt und die Menschen müssen darauf hingewiesen werden. Hier verbringen wir stichprobenartig ein paar Minuten täglich und schicken die Patienten, Angehörigen und auch Mitarbeiter zurück zur Durchführung der Handhygiene. Die Krankenschwestern, die dort arbeiten, weisen wir in diesem Zuge häufig direkt auf ihre Verantwortung hin, dass Menschen ohne gereinigte Hände ein Infektionsrisiko darstellen.

Für uns ist es wichtig, diesen Tag am Krankenhaus aktiv mit zu gestalten. Denn die vorherigen Erklärungen zeigen die Bedeutung dieses Tages für Makeni. Obwohl das diesjährige Motto sich überwiegend auf die Handhygiene der Pflegekräfte bezieht, war es uns auch ein Anliegen außerhalb des Krankenhauses ein Zeichen zum Thema zu setzen und an der Demonstration in Makeni mit vielen anderen Pflegekräften und dem Krankenhausmanagement teilzunehmen.

Wir liefen mit Infozetteln und Händedesinfektionsmittel für die Bevölkerung, sowie Lautsprecherwagen von der Stadt zurück zum Krankenhaus. In verschiedenen Sprachen wurden die Durchsagen vom Band den Menschen näher gebracht und sie auf die Bedeutung der Handhygiene hingewiesen.

Wir stellten einen Pavillon bereit, um den Zuhörenden der Podiumsdiskussion am Krankenhaus mit Vertretern des Klinikmanagements, dem Medical Officer für den Distrikt und den Vertretern von WHO, Goal und Cap Anamur  ein wenig Schatten zu bereiten. Ein abwechslungsreiches Programm mit kurzen Rollenspielen zur Handhygiene im Krankenhaus wurde von Pflegeschülern vorbereitet und ein Wettbewerb zur korrekten Händedesinfektion konnte umgesetzt werden.

Auf den Straßen war die Resonanz der Bevölkerung sehr positiv und viele nahmen interessiert die Informationsmaterialien entgegen. Auf dem Klinikgelände war unser Pavillon eine große Hilfe, denn alle Schattenplätze waren dort während des Programms belegt.

Insgesamt waren alle Verantwortlichen des Tages mit dem Verlauf und der Teilnahme sehr zufrieden und wir hoffen, ein Zeichen für die Notwendigkeit der Handhygiene in Sierra Leone gesetzt zu haben.

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